Gewinner: Birkholz und Mohns Dentallabor aus Oranienburg

Gnadenlos digital

Der Handwerksbetrieb ist ein junges, dynamisches und innovatives Unternehmen, das von den Möglichkeiten der Digitalisierung für neue Produkte und durch die Optimierung des Workflows in seiner Entwicklung mit großem unternehmerischen Erfolg profitiert. Alle Chancen werden „gnadenlos digital“ genutzt.

Dabei kommt auch die Ausbildung nicht zu kurz: Internationale Azubiaustausche gehören ebenso dazu, wie ein abwechslungsreicher Arbeitsalltag. Während der Pandemie wurden die Mitarbeiter gehalten, indem das Laborequipment für Sonderprojekte (z. B. Gesichtsschilde) eingesetzt wurde. Das Zahntechnikerteam engagiert sich in der Region. Eine besondere Aktion ist „Ein Lächeln zu Weihnachten“, durch die sozial benachteiligte Personen mit hochwertigem Zahnersatz ausgestattet werden.

Gewinner: APUS-Aeronautical Engineering GmbH aus Strausberg

Hochtechnologie und Flugzeugbau aus einer Hand

APUS ist ein EASA- (Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit) zugelassener Entwicklungsbetrieb. Die Kernkompetenzen sind sowohl innovative Luftfahrtantriebe, Flugmechanik, Strukturdesign, CAD als auch die Zulassung von Luftfahrtsystemen. Zusätzlich werden Flugdienstleistungen wie Flugtests, Flugtestingenieurdienstleistungen und Flugzeugcharter angeboten.

Hochtechnologie und Flugzeugbau aus einer Hand, dazu die Ausbildung von Pilotennachwuchs und die Zusammenarbeit mit Hochschulen: Das 2014 von Phillipp Scheffel ins Leben gerufene Unternehmen forscht an emissionsfreien Antrieben. Derzeit werden zwei hybridelektrische Flugzeuge entwickelt. Inhaber wie Mitarbeiter sind Überzeugungstäter im besten Sinne.

Gewinner: Konditorei Klinkmüller aus Luckau

Weltweiter Genussbotschafter

Nach alter Tradition und mit modernen Techniken werden Produkte zu kleinen „Goldstücken“. Der qualitätsbewusste Einkauf von Rohstoffen vor allem aus der heimischen Region sowie Frankreich, Italien, der Schweiz und Spanien garantiert eine absolut zusatzstofffreie Vielfalt der Produkte.

Kreativ setzt sich Konditormeister Rene Klinkmüller überdurchschnittlich für das Image des Handwerks ein. Er baute die Konditorei zu einer Schaumanufaktur um, engagiert sich in der Nationalmannschaft der deutschen Köche, lehrt als Dozent an verschiedenen Bäckerakademien und präsentiert sein Handwerk beim Showbacken im Fernsehen.

Auch so weckt er Interesse bei vielen Jugendlichen für den Beruf. Die Mitarbeiterorientierung und Ausbildung werden hervorragend im Unternehmen gelebt und gestaltet.

Gewinner: Pentracor GmbH aus Hennigsdorf

Hochinnovativer Medizinspezialist

Die 2010 gegründete Pentracor GmbH beschäftigt sich mit der Entwicklung und Vermarktung spezifischer Adsorber. Das erste Produkt - PentraSorb® CRP - ist ein Adsorber zur therapeutischen Absenkung des C-reaktiven Proteins (CRP) und kommt bei der Behandlung von akuten Herzinfarkten zum Einsatz.

Das forschende Unternehmen hat seit der Markteinführung seines CRP-Adsorbers Umsatz und Mitarbeiterzahl gesteigert. Die hochinnovative Firma ist regional mit führenden Wissenschaftseinrichtungen und Kliniken vernetzt sowie hinsichtlich ihrer Forschung international beachtet. Im Kampf gegen Corona engagiert sich das Unternehmen auch sozial mit Schnelltest-Spenden an die Berliner Stadtmission.

Gewinner: BDP Baudenkmalpflege Prenzlau GmbH & Co. KG aus Prenzlau

Handwerk für die Denkmalpflege

Der Handwerksbetrieb hat sich auf die Sanierung von denkmalgeschützten Bauwerken spezialisiert. Alte Handwerkstechniken werden an den Nachwuchs weitergeben, damit Baudenkmäler langfristig als Kulturgut erhalten bleiben. Das Unternehmen wurde 2016 mit dem „Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege“ ausgezeichnet.

Es beschäftigt momentan 81 Mitarbeiter und ist damit ein stabiler Arbeitgeber in der Uckermark, mitarbeiterorientiert und familienfreundlich. Das Unternehmen bildet kontinuierlich aus und beschäftigt derzeit neun Lehrlinge. Die Baudenkmalpflege Prenzlau GmbH zeigt seit langem großes gesellschaftliches Engagement durch die Unterstützung von regionalen Organisationen und Heimatvereinen.

Gewinner: Kjellberg Finsterwalde

Lausitzer Hidden Champion

Kjellberg entwickelt und produziert seit 100 Jahren Spitzentechnologien für die metallverarbeitende Industrie. Heute ist das Unternehmen für Schweißelektroden, -maschinen und vor allem für leistungsfähige Plasmaanlagen bekannt. 2019 wurde die weltweit erste industrie-4.0-fähige Plasmaschneidanlage in Finsterwalde entwickelt.

Mit 100 Prozent Wertschöpfung in Brandenburg exportiert das Unternehmen zirka 80 Prozent seiner innovativen Produkte in alle Welt. Dabei werden bewusst lokale Standortvorteile wie die Nähe zu Metropolregionen mit leistungsstarken Forschungsnetzwerken und regionalen Hochschulen genutzt. Das alles macht Kjellberg zu einem Lausitzer „Hidden Champion" des Maschinenbaus.

Gewinner Sonderpreis: Klaus-Peter Gust

Außerordentliches Engagement

Das zu DDR-Zeiten begonnene Studium musste er abbrechen, weil er zu freiheitsdenkend war. Mutig begann der gelernte Elektriker dann im Jahr 1988 seine unternehmerische Tätigkeit unter planwirtschaftlichen Bedingungen. In einer privaten Garage, im Fläming. Mit fünf Mitarbeitern schaffte er schließlich den Sprung in die Marktwirtschaft. Spielplätze waren seine Profession.

Seinen Meisterbetrieb des Holzbildhauerhandwerks baute Klaus-Peter Gust in mehr als drei Jahrzehnten zu einem Leuchtturmunternehmen in Brandenburg aus, das heute rund 235 Mitarbeiter beschäftigt und die Leistungen weltweit erbringt. Sein unternehmerisches Wirken ist nur die eine Seite. Nachhaltig, regional, wertschätzend, motivierend: Diese Eigenschaften zeichnen Klaus-Peter Gust schon sein ganzes Leben aus.

Für sein außerordentliches Engagement wurde er als erster Handwerksmeister Westbrandenburgs durch die Staatskanzlei Brandenburg als „Ehrenamtler des Monats“ ausgezeichnet.

„Die Unternehmen in Brandenburg haben enorm viel geleistet“

Mehr als das 14-fache an Anträgen hat die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) im Corona-Jahr 2020 bearbeitet. Jetzt geht es darum, die Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Wie das gelingen kann, darüber haben wir mit ILB-Vorstand Christian Kistner gesprochen.

Herr Kistner, anderthalb Jahre Corona-Pandemie liegen hinter uns. Wo steht die Wirtschaft derzeit?

Christian Kistner: Die Situation der Wirtschaft ist aktuell besser, als vielfach wahrgenommen. Zweifellos haben bestimmte Branchen wie z. B. das Gastgewerbe oder die Tourismuswirtschaft ganz besonders unter der Pandemie gelitten und bedürfen auch weiterhin der Unterstützung. Insgesamt kann man jedoch festhalten, dass die Corona-Sonderprogramme Wirkung gezeigt haben. Eine große Insolvenzwelle, von der viele gesprochen haben, ist bis jetzt nicht gekommen. Und ehrlich gesagt, sehe ich sie auch nicht kommen. Der überwiegende Teil der brandenburgischen Wirtschaft hat mit Pragmatismus, Ideenreichtum und harter Arbeit die Pandemie gut überstanden. Vor dieser unternehmerischen Leistung habe ich großen Respekt.

Wie hat sich Pandemie auf die Arbeit der ILB, Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ausgewirkt?

Christian Kistner: Kurzgesagt, es war eine Mammutaufgabe! Auf eine solche Ausnahmesituation kann sich eine Organisation nicht vollumfänglich vorbereiten, sondern muss auch flexibel genug sein, mit Herausforderungen umzugehen. In einem normalen Jahr bearbeitet die ILB etwa 5.000 Anträge. In 2020 waren es rund 70.000 Anträge. Mehr als 250 Mitarbeiter – ein Drittel unserer Belegschaft – haben ausschließlich an den Corona-Sonderprogrammen mitgearbeitet. Wir haben das als gemeinsame Aufgabe der gesamten Bank begriffen und gut bewältigt, auch wenn die Belastung weiterhin hoch bleibt. Wir zahlen ja nicht nur die Fördermittel aus, sondern müssen jedes einzelne Programm bis es abschließend abgerechnet ist begleiten.

So eine Aufgabe geht nicht spurlos an einer Institution vorüber, wie wurde das in den letzten Monaten von den ILB-Mitarbeitern reflektiert?

Christian Kistner: Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war das eine große Belastung, aber auch eine große Motivation. Zu sehen, dass man mithelfen kann die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie für die Menschen und Unternehmen in Brandenburg abzumildern war für alle ein richtiger Schub. Gefreut hat uns auch die in den meisten Fällen positive Rückmeldung aus der Wirtschaft und der Politik. Natürlich gibt es auch Menschen, die sagen, dies oder jenes hätte man einfacher oder schneller machen können. Dabei wird jedoch oft vergessen, dass die Richtlinien der Corona-Hilfsprogramme durch die Politik festgelegt sind und es nur begrenzte Möglichkeiten für pragmatische Lösungen durch die ILB gibt. Denn bei den Fördermitteln handelt es sich um Steuergelder, die uns anvertraut sind und die wir mit der nötigen Sorgfalt auszuzahlen haben, darin liegt unsere Verantwortung.

Gab es Prozesse innerhalb der ILB, die Sie neu anschieben mussten, die vielleicht geplant waren, jetzt aber schneller umgesetzt wurden?

Christian Kistner: Wie alle Unternehmen und Institutionen bis in die Ministerien hinein standen wir vor der Herausforderung, unsere IT auf ein ganz anderes Level zu heben. Der Unterschied bestand bei uns jedoch darin, dass wir das buchstäblich über Nacht leisten mussten. Am 22. März 2020 liefen bei uns rund 20.000 Anträge auf Soforthilfe über das Antragsportal ein. Außerdem haben wir in kürzester Zeit für die vielen Anrufe eine Hotline geschaltet, wie bei einem Call-Center. Wir hatten innerhalb von wenigen Tagen mehr als 25.000 Kundenanfragen zu beantworten, die per E-Mail oder Telefon eingegangen sind. In Rekordzeit wurde zusätzliches Personal eingestellt und Mitarbeiterkapazitäten zusammengezogen, um diese Welle abarbeiten zu können. Natürlich kamen wir auch an Grenzen. Wir mussten oftmals sehr stark improvisieren, das hat aber gut funktioniert und eine Menge Erfindergeist bei unseren Beschäftigten freigesetzt. Die in dieser Zeit gesammelten Erfahrungen fließen aktuell in die weitere Optimierung unserer IT und unseres Kundenservices ein. 

Kann man sagen, dass die ILB gestärkt aus der Pandemie hervorgeht?

Christian Kistner: Ja, zweifellos. Ich denke, dass das Bewusstsein für eine gut funktionierende Förderbank wie die ILB in der Öffentlichkeit gewachsen ist. Wir konnten zeigen, dass wir die Programme des Landes, des Bundes und der EU auch unter Extrembedingungen erfolgreich abwickeln können. Das stärkt uns natürlich auch für die Aufgaben in der kommenden Förderperiode der EU.

Aus der Pandemie-Zeit haben Sie beste Kenntnisse über die Finanzkraft und die wirtschaftliche Situation der brandenburgischen Unternehmen. Wie ist deren Eigenkapitalstärke vielleicht auch verglichen mit anderen Bundesländern?

Christian Kistner: Im Vergleich zu den westlichen Bundesländern hatten viele brandenburgische Unternehmen oft weniger Zeit und Möglichkeiten, Eigenkapital aufzubauen. Das muss aber kein Nachteil sein. Es zwingt die Unternehmerinnen und Unternehmer schon früh auf die Marktveränderungen zu reagieren und ihr Geschäftsmodell durch Innovationen und Investitionen entsprechend anzupassen. Man sollte nicht schauen, was andere mehr haben, sondern was wir besser können. Und wir können Vieles besser.

Nach den Corona-Hilfsprogrammen geht es nun darum die Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Wie kann die ILB dabei helfen?

Christian Kistner: Die ILB ist mit ihren Förderprogrammen sehr breit aufgestellt. Wir bieten der Brandenburger Wirtschaft heute schon einen Mix an Unterstützungen an, damit die Unternehmen mit ihrem jeweiligen Geschäftsmodel für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet sind. Investitionsförderung von heute bedeutet, dass nicht nur Baumaßnahmen auf den Weg gebracht werden müssen, sondern von der Digitalisierung über die Weiterbildung bis hin zu High-Tech-Entwicklungsprojekten alles zusammengedacht werden muss. Dafür ist die ILB mit ihren Förder- und Kreditprogrammen gut aufgestellt und kann passgenaue Lösungen anbieten.

Können Sie uns ein paar Highlights nennen?

Christian Kistner: Das Programm „GRW-G“ läuft nach wie vor sehr gut. Es ist eines der wichtigsten Programme für die Strukturentwicklung in der brandenburgischen Wirtschaft. Mit „RENplus“ wiederum fördern wir Maßnahmen, die die Energieeffizienz in Unternehmen steigert. Bis Juni haben wir bereits rund 100 Projekte zugesagt und wir sehen eine weiterhin hohe Nachfrage. Über „ProFIT Brandenburg“ gibt es Unterstützung, um die Innovationsfähigkeit und Digitalisierung von Unternehmen zu stärken. Das ist auch eines der zentralen Themen der neuen EU-Förderperiode.

Apropos EU: Die neue Förderperiode läuft seit Anfang des Jahres. Die Wirtschaft setzt darauf, dass für Brandenburg die maximalen Fördermittel genutzt werden. Zeichnen sich wesentliche Veränderungen ab?

Christian Kistner: Die wichtigsten Förderprogramme werden weitergeführt, soviel kann man schon sagen. Wir bringen uns bei der Vorbereitung der Förderperiode aktiv als Berater der Landesregierung ein und sind in der ILB dabei, die technischen Voraussetzungen für einen guten Start aller Förderprogramme zu schaffen. Dabei geht es uns auch darum, am Bürokratieabbau aktiv mitzuwirken, die Programme kundenfreundlicher zu gestalten und eine reibungslose Kommunikation mit den Unternehmen, insbesondere auch mit den Kammern, vorzubereiten. Im Mittelpunkt der politischen Zielsetzungen stehen Forschung, Entwicklung und nachhaltige Technologien sowie die Herausforderungen des Klimawandels. In diesen Bereichen haben wir im Energieland Brandenburg gute Chancen, weiter und vor allem nachhaltiger zu wachsen. Das werden wir mit den entsprechenden Förderprogrammen auch tun.

Mit Berlin haben Sie die Start-up-Metropole Deutschlands direkt nebenan. Welche Rolle spielen Existenzgründungen und Venture Capital in Brandenburg?

Christian Kistner: Berlin hat natürlich eine hohe Strahlkraft. Das ist für Brandenburg ein echter Wettbewerbsvorteil, denn die Region wird ja als Ganzes wahrgenommen.

Wir als ILB verstehen uns für die Gründer*innen und unsere Startups immer zuerst als Beraterbank und binden für sie den passenden Strauß an Förder- und Kreditprogrammen für die Existenzgründung. Wir wollen ihnen nicht nur Fördermittel geben, sondern auch auf dem Weg zum Erfolg begleiten. Für dieses Jahr haben wir rund 30 Millionen Euro an Venture Capital-Volumen geplant. Im letzten Jahr setzten wir damit etwa 150 Vorhaben um. Mit unserer Tochter, der Brandenburg Kapital GmbH, investieren wir frühzeitig und gezielt in junge Unternehmen mit vielversprechenden Geschäftsmodellen. Wir nutzen dabei aktiv unsere besondere Stellung als Förderbank, denn es ist nicht das Geschäftsmodell von normalen Geschäftsbanken, Startups oder risikobehaftete Gründungen zu finanzieren.

Welche Projekte verfolgt die ILB selbst, um noch digitaler und vielleicht auch besser zu werden?

Christian Kistner: In der letzten EU-Förderperiode haben wir erstmals ein Kundenportal an den Start gebracht. Da war es uns wichtig, neue Akzente zu setzen. Inzwischen haben wir damit Erfahrungen gesammelt und wissen auch um die Schwachstellen. Wir sind jetzt mit anderen Förderbanken dabei, ein neues Kundenportal zu erstellen, das den aktuellen Ansprüchen gerecht wird. Ende 2022 wollen wir die optimierte Nutzung unseres Kundenportals ermöglichen.

Ein anderes wichtiges Thema in diesem Zusammenhang ist Cybersecurity und die Gewährleistung von Systemstabilität und Datensicherheit. Mit jeder neuen Schnittstelle werden IT-Systeme angreifbarer, was man an der wachsenden Zahl an Cyberangriffe auf Universitäten, Krankenhäuser, Unternehmen und Banken erkennen kann. Wir müssen demzufolge sehr genau abwägen zwischen Bedienerfreundlichkeit und Schnelligkeit auf der einen Seite und der Sicherheit der IT Systeme und Daten auf der anderen Seite.

Stichwort Zukunft: Die ILB unterstützt seit vielen Jahren den Zukunftspreis Brandenburg. Welche Bedeutung hat der Wettbewerb in Ihren Augen?

Christian Kistner: Er ist für Unternehmen eine tolle Möglichkeit, sich ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zu bringen und zu zeigen, was man leistet. Was mich wirklich begeistert, ist, dass es nicht nur darum geht, hohe Gewinne oder mehr Umsatz zu erzielen, sondern eben auch die gesellschaftliche und soziale Komponente in die Bewertung einfließt. Wir brauchen Unternehmen, die hier verwurzelt sind, die hier bleiben und die sich ihrer Verantwortung als Unternehmer bewusst sind. Genau dafür stehen die zwölf Finalisten des Wettbewerbs.

Das Interview führte Michel Havasi

Hilfe für die Tourismuswirtschaft

Zuschüsse für Gastronomie und Hotels für Comeback nach Corona

Die Corona-Krise hat insbesondere der Tourismusbranche sehr viel abverlangt. Es dürfte in der deutschen Geschichte wohl einmalig sein, dass im Gastronomie- und Hotelbereich sprichwörtlich über Nacht sämtliche Gäste und Kunden wegbleiben mussten.

Die Landesregierung Brandenburg unterstützt die Wirtschaft bereits mit einer Vielzahl von speziellen Förderprogrammen, um die Folgen der Corona-Einschränkungen besser kompensieren zu können. Am 30. Juni 2021 ist ein neues Programm hinzugekommen. Es soll kleinen und mittleren Unternehmen des Gastgewerbes ein erfolgreiches Comeback ermöglichen.

Die Richtlinie des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Energie zur Investitionsförderung in kleinen und mittleren Unternehmen des Gastgewerbes - kurz "Invest-Gast" - ist sehr attraktiv. Sie bietet Zuschüsse von bis zu 80 Prozent für Investitionen, zum Beispiel in bauliche Veränderungen oder in Digitalisierungsprojekte.

Die Fördermittel werden von der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) ausgezahlt. Hierzu muss man nicht zur ILB nach Potsdam fahren, denn die Antragstellung erfolgt rein digital über das ILB-Kundenportal. Die Kundenberatung der Förderbank beantworten gern alle Fragen rund um die neue Richtlinie und auch zu weiteren Fördermöglichkeiten.

Das Wichtigste zu "Invest-Gast" in Kürze

Wer wird gefördert?

Kleine und mittlere Unternehmen mit einer Betriebsstätte in Brandenburg:

  • Hotels, Hotels garni
  • Gasthöfe, Pensionen
  • Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés, Eissalons
  • Gastronomiebereiche der Fahrgastschifffahrt.

Was wird gefördert?

Die Modernisierung des Betriebes

  • zur Attraktivitätssteigerung
  • zur Energieeinsparung
  • zum Schutz der Umwelt und ihrer natürlichen Ressourcen
  • zur baulichen Verbesserung des Innen- und Außenbereiches.

Maßnahmen zur Verringerung der Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus, z.B.

  • Trennwände
  • Schutzscheiben zwischen Gästeplätzen in Gastronomieräumen
  • geeignete Innenraum-Filteranlagen

Die Digitalisierung betrieblicher Prozesse, z.B.

  • digitale Systeme der Personendatenerfassung
  • digitale Speisekarten
  • kontaktloses Bezahlen
  • digitale Veranstaltungstechnik für Konferenzen und Tagungen.

Alle Details zur neuen Richtlinie, auch zu den Fördervoraussetzungen, zur Geltungsdauer und weitere wichtige Hinweise sind auf www.ilb.de veröffentlicht.

Bei Fragen hilft die ILB-Kundenberatung.

Telefon: (0331) 660-2211

Mail: beratung@ilb.de


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